Ende April steht für die Breitensportler jedes Jahr im Frühling die Dove-Elbe-Rallye auf dem Regattaplan. Dank der guten Organisation des Bergedorfer Ruderclubs konnten wir einen internen Melderekord verzeichnen. Unser Gig Achter Berlin startete gleich 3x hintereinander auf der beliebten Langstrecken Regatta.
3×9 macht 27. Nö, in unserem Fall 26, denn Jürgen legte einen Doppelstart hin. Als Steuermann und Bugmann genoss er die 12,5 Kilometer lange Strecke gleich doppelt. Wie kann man denn eigentlich noch in Bergedorf die Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Indem man das schwere Gig Boot mit so vielen Teilnehmenden mal eben über Kopf trägt. Kann man Mal machen. 💪Tausendfüßler on the Road. 😉 2 Groupies hatten wir in diesem Jahr auch mit im Gepäck. Andrea und Carina waren extra gekommen, um den stark vertretenen RRC anzufeuern! Danke für Euren Support!
Über 105 Mannschaften gingen auf der Dove-Elbe-Rallye an den Start. Eine gute Stunde braucht man für die kurvenreiche Strecke mit dem besonderen Highlight an der Schleuse: Die berühmt berüchtigte Wende. Jede Mannschaft hat eine eigene Taktik für die Wende trainiert. Meistens kommt es ja allerdings anders, als man denkt oder eben übt.



Als erstes ging der “Anfänger Achter” aufs Wasser, der auch die einzige Mannschaft mit kompletter RRC Besetzung war. Jürgen hat durch einen Mix aus Hartnäckigkeit und Motivation einige unserer Ruder Neulinge ins Boot geholt und die Aufregung war dementsprechend groß. Hier saßen nicht nur Maria, Stella und Magdalena im Boot, die erst letzten Sommer rudern gelernt haben, sondern auch Sven, Frank-Peter, Ralf und Peter, die sich großteils erstmal an eine Regatta wagten. “ Ich probiere das einfach zum Spaß mal aus“, erzählte Peter jedem im Vorfeld. Klar,12,5 Kilometer am Stück zu rudern macht total viel Spass.😉 Mit Nicole im Bug und Jürgen an den Steuerseilen wurden die Regatta Neulinge bestens durch das Rennen begleitet.
Die Wende: Tausendfüßler auf Abwegen. 2 Bojen mussten umschifft werden. Die Berlin kämpfte mit Wind und Takt. Das Ufer kam dabei immer näher. Die Hürde wurde aber in letzter Sekunde gemeistert und mit einer 26er Schlagzahl ging es knackig direkt zurück Richtung Ziel. Nach 56 Minuten und 19 Sekunden kamen unsere Youngster der Alterskategorie D (Durchschnittsalter 50) ins Ziel und erreichten den 1. Platz! Starke Leistung und Glückwunsch zur Regattapremiere.



Was für ein Gewusel am Steg. Die Zeit drängte, die Mannschaft musste schnell anlegen, die nächste Gruppe stand schon bereit und musste noch schneller ablegen. Eben saß Jürgen noch auf dem Steuersitz, schon rannte er zum Bug und sprang auf den vorgewärmten Rollsitz. Für eine Pause blieb keine Zeit. Ulf steuerte die nun erfahrenere Mannschaft über die immer unruhiger werdende Dove Elbe. Das zweite Mixed Boot hatte nun langjährige Ruderer und Ruderinnen an Bord. Dirk, Christian, Frank und Jürgen sowie Sybille aus den eigenen Reihen wurden unterstützt von Anette und Birgit von der Lübecker Frauen Rudergesellschaft und Maria vom Berliner Ruderclub Ägir.
Die Wende: Aus dem Weg! Die Erste Boje lief wie geplant. Aber nun lag ein anderes Boot im Weg und da kann man dann nix machen. Die Berlin wurde ausgebremst. Oder? Die Zeit, die bei der Wende verloren ging, wurde kurzerhand wieder reingeholt, indem das andere Boot dann überholt wurde. Nach 55 Minuten und 42 Sekunden kam die 2. Mannschaft auf Platz 1 der Altersgruppe E (Durchschnittsalter 55) ins Ziel.



Der nächste knackige Wechsel am Steg stand an. Wilken hatte seinen Ratzeburger Damen Conny, Pia,Vera, Melanie und Steuerfrau Eva 3 fitte Hoyaner angekündigt und 3 fitte Hoyaner haben sie bekommen! Axel, Helmut und Ernst vom Ruderverein Hoya und Giessener RC Hassia sorgten für ordentlich Manpower im Boot. Der Geheimtipp von Axel -Crocs statt Turnschuhen. „Es gibt keine besseren Schuhe fürs Gig Boot“, erklärte er uns lachend, nachdem er unsere zweifelhaften Blicke gesehen hatte. Wilken ließ es sich natürlich nicht nehmen, vorher eine anständige Rennbesprechung zu machen. „Und wenn ihr die Windmühle links auf eurer Seite habt: All in! Dann haben wir es fast geschafft.“ Bei 12,5 Kilometer hat man auf jeden Fall genug Zeit sich zu fragen, wann denn wohl endlich diese elende Windmühle kommen mag. Sie kam. Es dauerte halt nur ein bisschen. Mittlerweile war es nachmittags,der Wind hat noch weiter aufgefrischt und bereits wenige Minuten nach dem Start flog schon eine Mütze vom Kopf.
Die Wende: 3 gegen 5! Alle hörten auf Evas Kommando für die spezielle Taktik der dritten Mannschaft. Während Schlagfrau Conny und ihre beiden Hintermänner mit dem Backbord Skull gegen drückten, zogen die restlichen 5 Steuerbord über. Klingt wild, war es auch, aber funktionierte sogar fast richtig gut. Dann in die Auslage( kurzes Skull Geklapper…) und es ging weiter. 54 Minuten und 53 Sekunden hatte das Dritte Boot auf der Stoppuhr. Die “Oldies“ der Alterskategorie F(Durchschnittsalter 60) kamen als 2.Platzierte ins Ziel.



Keine einfachen Bedingungen in Bergedorf: Kalter Wind, Böen und sehr knappe Wechsel. Dafür eine ganz besondere Stimmung aus Erfahrung und Aufregung mit so viel Regattawilligen Ruderern und Ruderinnen aus dem RRC und Unterstützung befreundeter Rudervereinen. So schnell war die Berlin wohl noch nie abgeriggert worden. Schließlich hatten die Meisten noch ein Ziel für den Abend. Das traditionelle Matjesessen stand an. Und was gibt es Schöneres, als mit schweren Armen und Beinen das köstliche Abendessen zu genießen und schon die Taktik für die Wende im nächsten Jahr zu besprechen? 😉




















