Selten waren die Bedingungen bei einer Meisterschaft so anspruchsvoll wie am vergangenen Wochenende in Krefeld. Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad verlangte die Hitzewelle den Athletinnen und Athleten bei der Deutschen Junioren- und Jahrgangsmeisterschaft alles ab. Um die gesundheitliche Belastung möglichst gering zu halten, reagierte der Veranstalter kurzfristig und strich Hoffnungsläufe sowie B-Finals. Der Regattaplatz war übersät mit Wasserflaschen, kleinen Planschbecken und schwitzenden Sportlern (wobei es den Trainern auch nicht viel besser ging 😉 ).
Fünf Leistungssportler gingen unter RRC Flagge beim Saisonhöhepunktan den Strart – und kehrten trotz der extremen Bedingungen mit einigen Medaillen und starken Platzierungen zurück
Erfolgreichster Ruderer war der zweifache U19-Weltmeister Oscar Krause vom Sportinternat Ratzeburg. Gemeinsam mit seinem Doppelvierer sicherte er sich souverän die Goldmedaille und damit den Deutschen Meistertitel. Auch im Achter durfte er jubeln: Nach einem spannenden Rennen gewann seine Mannschaft die Bronzemedaille. Internatstrainer Marcus Last war sichtlich zufrieden mit dem Comeback seines Sportlers.


„Das ist schon eine Extremsituation“, sagte Club-Trainer Christian Wärmer. „Wir pendeln ständig zwischen Unterkunft und Regattaplatz, um die Sportler vor der Hitze zu schützen. Umso beeindruckender ist es, welche Leistungen die Jugendlichen unter diesen Bedingungen trotzdem abrufen.“
Nur knapp an einer Medaille vorbei ruderte A-Juniorin Marie Hinzpeter. Mit ihrer Renngemeinschaft aus Lübeck und Hamburg belegte sie im Leichtgewichts-Doppelvierer Rang vier im A-Finale. Gemeinsam mit ihrer Partnerin von der RG Hansa erreichte sie im Leichtgewichts-Doppelzweier zudem einen guten fünften Platz.
Ebenfalls starke Leistungen zeigte A-Juniorin Emma Murach. Im Einer belegte sie in einem leistungsstarken Teilnehmerfeld den 21. Platz der Gesamtwertung.


Für das spannendste Rennen sorgten am Sonntagmorgen die beiden 16-jährigen B Juniorinnen Jule Oldenburg vom Ratzeburger Ruderclub und Rieke Petschull vom Lübecker Frauen-Ruderklub. Bei bereits über 30 Grad kämpften sie sich im Doppelzweier mit konstant guten Leistungen souverän durch Vorlauf und Halbfinale bis ins A-Finale.
Dort entwickelte sich ein packendes Bug an Bug Rennen. Mit einem starken Schlussspurt zogen die beiden noch an den Booten aus Hamburg und Essen vorbei. Lediglich das Duo aus Magdeburg war am Ende um hauchdünne 88 Hundertstelsekunden schneller. Die Freude über die Silbermedaille und den Titel der Deutschen Vizemeisterinnen war entsprechend groß.
Auch im gesteuerten Doppelvierer erreichte Jule mit dem Ruderverband Schleswig Holstein im A-Finale einen starken fünften Platz.





Für die zweite Silbermedaille des Wochenendes sorgte Leichtgewichtsruderer Hennes Krohn. Gemeinsam mit seiner Renngemeinschaft aus Hamburg und Berlin ruderte der 17-Jährige auf Rang zwei im Doppelvierer. Im Einer verpasste er das Podest nur knapp und belegte einen souveränen vierten Platz.




Mit einem Deutschen Meistertitel, zwei Vizemeistertiteln, einer Bronzemedaille und weiteren guten Platzierungen fällt die Bilanz des Ratzeburger Ruderclubs trotz der außergewöhnlichen Hitzebedingungen positiv aus. Eine Meisterschaft,die wohl keiner so schnell vergessen wird.
Fotos: Mein Ruderbild , privat
