Abschied von einem Weltmeister, Ruderkameraden und unvergessenen Freund

Abschied von einem Weltmeister, Ruderkameraden und unvergessenen Freund

Kai Dodico Schwarz von Warburg
10. März 1968 – 31. Mai 2026

Lieber Kai,

es fällt schwer zu begreifen, dass Du nicht mehr unter uns bist. Viel zu früh müssen wir Abschied nehmen von einem Menschen, der unser Vereinsleben, unseren Sport und viele von uns persönlich über Jahrzehnte geprägt hat.

Danke für Deine unermüdliche Begeisterung, für Deine Verbundenheit zum Ratzeburger Ruderclub und für die vielen Erinnerungen, die Du uns geschenkt hast.

Du warst seit dem 1. Juli 1978 Mitglied des Ratzeburger Ruderclubs und damit ein echtes Urgestein unseres Vereins. Unsere Wege kreuzten sich schon früh. Du warst gerade einmal 13 Jahre jung, leicht wie eine Feder und noch grün hinter den Ohren, als Du unseren Schulvierer in Berlin als Steuermann souverän ins Ziel und zum Sieg führtest. Schon damals zeigte sich Dein außergewöhnliches Gefühl für das Boot. Rhythmus, Harmonie und Geschwindigkeit lagen Dir im Blut. Unter Deiner Führung glitt das Boot scheinbar mühelos über das Wasser.

Mit Talent, Ehrgeiz, Disziplin und unzähligen Trainingskilometern hast Du Deinen Weg gemacht. Unterstützt von Trainern wie Harry und vielen Wegbegleitern kröntest Du Deine sportliche Laufbahn 1991 mit dem Weltmeistertitel im Leichtgewichts-Doppelzweier gemeinsam mit Michael Buchheit. Mit Schwielen und Blasen an den Händen, schmerzenden Beinen und brennenden Lungen habt Ihr Euch durchs Ziel gekämpft. Wir verfolgten das Rennen am Fernseher, fieberten mit und waren beeindruckt, einen von uns dort ganz oben auf dem Siegerpodest zu sehen. Nach Deiner aktiven Laufbahn bliebst Du dem deutschen Rudersport eng verbunden und arbeitetest als Trainer, wo Du Dein Wissen und Deine Erfahrung an die nächste Generation weitergabst.

Doch mindestens genauso bemerkenswert wie Deine sportlichen Erfolge war Deine Treue zum Rudersport und zu unserem Verein. Nach Deiner aktiven Karriere bliebst Du dem Ratzeburger Ruderclub immer eng verbunden. Gemeinsam mit Thekla hast Du eine wunderbare Familie gegründet. Eure Kinder Paul, Trutz und Oda waren Dein ganzer Stolz. Euer Zuhause am Domsee war Ausdruck Deiner tiefen Verbundenheit mit diesem Ort und dem Wasser.

Deine Leidenschaft für das Rudern hat Dich nie verlassen. Erstaunlich war Dein Gedächtnis: Du kanntest noch Jahre später die Namen, Besetzungen und Ergebnisse unzähliger Rennen. Bei Gesprächen auf dem Steg oder nach dem Training konnte man immer etwas von Dir lernen. Du warst nicht nur ein erfolgreicher Sportler, sondern auch ein Bewahrer der Geschichte unseres Sports.

Selbst in den letzten Jahren warst Du noch aktiv im Boot. Regelmäßig saßt Du im Achter, und erst vor zwei Jahren hast Du gemeinsam mit Deinem Sohn Trutz bei einer Vater-Sohn-Regatta in Boston teilgenommen – ein besonderer Moment, der zeigt, wie sehr das Rudern Teil Deines Lebens und Deiner Familie war.

Wir werden Dein charmantes Lächeln vermissen. Die Gespräche über Rudern und das Leben. Das Philosophieren über Rennen, Boote und Technik. Die gemeinsamen Stunden auf dem Steg, das gemütliche Beisammensein nach dem Training und die Freude, die Du verbreitet hast.

Was bleibt, sind die Erinnerungen an einen großartigen Sportler, einen treuen Kameraden und einen wunderbaren Freund. Es bleiben Dein Optimismus, Dein Charme, Deine Herzlichkeit und Deine Liebe zum Rudern.

Lieber Kai, Du hast Spuren hinterlassen – auf dem Wasser, in unserem Verein und in unseren Herzen.

Wir werden Dich nicht vergessen.
Unser Mitgefühl gilt Deiner Familie und allen Angehörigen.

In tiefer Dankbarkeit und Freundschaft

Im Namen des Vereins
Stephan Semmler