Der Schülerachter mit Felix Scharf und Lukas Komorowski
Wie musstet ihr euch für den Film bewerben?
Felix: Die erste Kontaktaufnahme erfolgte über Lingolf von Lingelsheim, wo generelles Interesse unsererseits den Castern mitgeteilt wurde. Dann sollten wir ein kurzes Vorstellungsvideo drehen, und da dort alles grob gepasst hatte wurden wir zu einem kurzen Vorspiel im Clubraum des RRC eingeladen.
Lukas: Das erste Mal aufmerksam wurde ich bei der Jahreshauptversammlung 2025. Die Produktion hat die Filmidee vorgestellt und hat gleichzeitig nach Ruderern gesucht, die Interesse haben, mitzuspielen. Also sollte ich ein kurzes, zwei-minütiges Vorstellungsvideo zu meiner Person und meiner Ruderlaufbahn aufnehmen. Dort habe ich der Produktion mitgeteilt, welche Erfolge ich bisher erzielen konnte und weswegen ich gerne bei den Dreharbeiten mitwirken würde.
Wie groß war das Filmteam vor Ort?
Lukas: Das Team war ziemlich groß. Von Schauspielern, Kamera-/ Tonpersonen über Make-Up-/ Kostümpersonen und allgemeinen Koordinatoren bis hin zu externen Lieferanten (z.B. Catering) war alles dabei. Für jede Aufgabe gab es auf jeden Fall mindestens eine Person und selbst mit dem Schneiden der Rohaufnahmen wurde schon während der Dreharbeiten im Ergoraum begonnen.
Wie lange haben die Dreharbeiten gedauert?
Felix: Ich hatte 10 reale Drehtage, wo noch Zusatztage wie für Detailshots, Rudertraining oder Anproben dazu kamen.
Lukas: Ich selbst musste an elf Tagen drehen, aber insgesamt gingen die Dreharbeiten von Anfang August bist Ende September-
Wie lief so ein Drehtag in Bratislava ab?
Felix: Das Frühstück erfolgte entweder im Hotel oder an der Location. Wir wurden immer mit VW Bussen zu den Drehlocations und wieder zurück zum Hotel gefahren, auch möglichst zugunsten von uns Schauspielern. Dann ging es in die Kostümwägen um die schon vorbereiteten Klamotten für den Tag anzuziehen.
Lukas: Wir wurden morgens, wie nach Plan mit festen Zeiten für jede Person, von einem Shuttle vom Hotel zur Basis gefahren. Die Basis bestand aus den Bussen für Kostüm und Make-Up. Außerdem gab es einen mit unserer Rolle ausgeschilderten Wagen für zwei bis drei Personen, in dem wir uns umziehen konnten. Daraufhin gab es Frühstück vom Catering und wir haben darauf gewartet, dass wir ans Set geholt wurden. Am Set wurden die geplanten Aufnahmen aus verschiedenen Perpektiven gedreht und zwischendrin wurden wir mit Snacks, Getränken und Make-Up versorgt. Dies ging den ganzen Tag so, natürlich auch mit Mittag zwischendrin.
Was war euer spannendster Moment am Set?
Felix: Mein spannendster Moment war, als die Szene mit meinem Sprecheinsatz gedreht wurde. Das Gefühl, es perfekt machen zu wollen, weil so viele zuhören, viele andere Schauspieler vorher schon ihren Einsatz hatten und ich nicht wollte, dass es genau wegen mir wiederholt werden muss. Diese Aufregung legte sich aber mehr und mehr, je mehr Takes wir von der Szene aufnahmen.
Lukas:Als ich das erste Mal am Set war und den ganzen Ablauf usw. noch nicht kannte und vor allem die erste Szene (Kartoffelsackwerfen). Wir wurden nämlich nicht groß eingewiesen, sondern relativ schnell ins kalte Wasser geworfen.
Gab es etwas, das ganz anders war, als ihr es euch vorher vorgestellt habt?
Lukas: Eigentlich war das meiste so wie in meinen Vorstellungen, bzw. Ich habe mir nicht wirklich gemacht. Das einzige, dass wirklich unerwartet kam, waren die ganzen Leute die uns ununterbrochen versorgt haben. Wir wurden dauerhaft, in jeder kleinen Pause, mit Snacks, Trinken und Sonnenschirmen versorgt. Außerdem wurde das Make-Up und alles ums Kostüm immer erneuert, sobald es es sich verändert hat. Eine weitere Sache war, dass Hannu auch ziemlich viele Ideen von dem Cast übernommen hat, weil wir z.B. eher wissen, was im Ruderboot möglich ist und was nicht.
Wie schwierig ist es, gleichzeitig zu rudern und auf Regieanweisungen zu achten?
Felix: Das fiel mir gar nicht schwer, da ich durch den Leistungssport gewöhnt war, Traineransagen bezogen auf Technik oder ähnliches, zu verarbeiten und parallel konzentriert weiter zu rudern.
Lukas: Ich glaube, das war mit am Schwierigsten von allen Dingen, die ich am Set erlebt habe. Besonders mit den nicht im Rudern erfahrenen Schauspielern hat dies eine besondere Herausforderung dargestellt.
Gab es Szenen, die besonders anspruchsvoll waren?
Felix: Szenen, wo die Achter in bestimmten Abständen zueinander gefilmt werden sollten, waren oftmals sehr kräftezehrend. Weil wenn schon ein kleines Detail nicht mehr passte: Gegenrudern/Wende und alles nochmal auf Anfang.
Was war euer lustigster Moment während der Dreharbeiten?
Felix: Ein exakter Moment fällt mir leider nicht ein, aber der Großteil der Zeit, wo die Kamera nicht lief, wurden Späße gemacht und die Zeit genossen.
Lukas: Es sind viele Insider entstanden, die ziemlich lustig waren. Außerdem die Interaktion mit den Schauspielern, besonders Leo Kunz, weil er selbst lustig drauf ist und auch mit uns locker umgegangen ist, wie als würden wir schon länger dazu gehören
Habt ihr einen Lieblingsmoment, auf den ihr im fertigen Film besonders gespannt seid?
Felix: Ich habe den Film zwar schon gesehen, worauf ich mich aber jedes Mal wieder freuen werde ist, als das Deutsche Boot die Ziellinie in Rom überquert, und dann der Cut in die heimische Kneipe folgt, wo wir (Lukas, Elias, Lukas, Carlo Kammerling, Julius Busch-> wir wurden aus dem Boot gesetzt und gegen die Kieler getauscht.) lautstark für unsere Jungs jubeln. Die Szene bedeutet für mich Gänsehaut!
Lukas: Da ich den Film schon gesehen habe, kenne ich die Szenen natürlich, aber ich hatte mich davor definitiv auf die Ruderszenen gefreut und war sehr überrascht, wie gut diese doch geworden sind.
Würdet ihr nochmal in einem Film mitspielen?
Felix: Definitiv
Lukas: Gerade mit den ganzen Leuten hat es echt Spaß gemacht und jetzt bei “Adams Acht” bin ich auch an Orte gekommen, die ich vielleicht sonst nie gesehen hätte.
Was bedeutet es euch, den Ratzeburger Ruderclub auf der Kinoleinwand zu vertreten?
Lukas: Es ist auf jeden Fall toll zu wissen, dass man in einem Film mitgespielt hat, der den eigenen Ruderclub und seine Vergangenheit zeigt, dennoch fehlt mir meiner Meinung nach der Zugang zu den Originalpersonen. Gerade weil ich selbst so jung bin, kannte ich natürlich niemanden persönlich und weiß z.B. auch nicht, wie gut ich meine Rolle als “Ingo Kliefoth” verkörpert habe. Ich denke trotzdem, dass es eine Ehre ist, die Geschichte des Ortes mit reproduzieren zu dürfen, an dem ich einige Zeit die letzten Jahre verbracht habe.










Lieber Felix, lieber Lukas, vielen Dank für das Interview und die Einblicke in die Dreharbeiten. Melanie Oldenburg
