Langlauf Skitrainingslager Ringebu 🇳🇴

Langlauf Skitrainingslager Ringebu 🇳🇴

Das spontan organisierte Langlauf-Trainingslager der Leistungssportgruppe des Ratzeburger Ruderclubs begann am 26. Dezember 2025. Früh am Morgen starteten Marie Hinzpeter, Hennes Krohn, Larissa Gather, Emma Murach, Malte Machtwitz und Jule Oldenburg um Trainer Christian Wärmer die Reise in Ratzeburg mit dem Clubbus. Ausgestattet mit zwei Dachboxen für das umfangreiche Sport- und Reisegepäck fuhren wir los. Die Route führte uns zunächst durch Dänemark, bevor wir mit der Fähre nach Kristiansand (Norwegen) übersetzten. Von dort aus lagen noch etwa sechs Stunden Fahrt vor uns, bis wir schließlich spät abends unsere Unterkunft im norwegischen Ringebu erreichten.

Untergebracht waren wir in einem großen, geräumigen Holzhaus in den Bergen, das mit einer Sauna, einer Terrasse und einem beeindruckenden Panoramablick auf die umliegende Winterlandschaft ausgestattet war. Die Lage bot ideale Voraussetzungen für ein intensives Trainingslager: abgeschieden, ruhig und mitten in der Natur. Besonders positiv hervorzuheben war die große Gastfreundschaft unserer Vermieter, die uns während des gesamten Aufenthalts unterstützten. Vor Ort konnten wir Langlaufski und Stöcke ausleihen, was die Organisation erheblich erleichterte. Am ersten Tag nach der Ankunft erkundeten wir die Umgebung bei einer ersten lockeren Einheit.

Unser Trainer Christian Wärmer, der uns auch in den folgenden Einheiten steht’s auf Skiern begleitete, hatte Zeitweise Probleme mit seinen Sportlern mitzuhalten. Die darauffolgenden Tage waren wir mit Stirnlampen ausgestattet , da die Tage zu dieser Jahreszeit sehr kurz waren und es bereits gegen 15 Uhr zu dämmern begann. Die Verpflegung hatten wir größtenteils aus Deutschland mitgebracht. Als Selbstversorger kochten wir jeden Tag gemeinsam, was nicht nur gut funktionierte, sondern auch den Teamgeist innerhalb der Gruppe stärkte. Trotz intensiver Trainingstage blieb so immer Zeit für Austausch und gemeinsames Beisammensein.In den darauffolgenden Tagen absolvierten wir in der Regel zwei Langlauf-Einheiten pro Tag. Die Schwerpunkte lagen hierbei auf: Grundlagenausdauer, Kraftausdauer und der Technik im klassischen LanglaufErgänzt wurden die Einheiten durch Yoga in der Mittagspause, um Beweglichkeit und Regeneration zu fördern. Zusätzlich stand uns die Sauna im Haus zur Verfügung, die besonders nach langen und kalten Trainingstagen intensiv genutzt wurde.

Um auch andere Streckenprofile kennenzulernen, fuhren wir regelmäßig mit dem Bus zu weiter entfernten Loipen, die teilweise bessere Schneeverhältnisse boten. Das Training war insgesamt sehr anspruchsvoll, geprägt von eisigen Temperaturen, anspruchsvollen Anstiegen und längeren Distanzen. Sonnenschein und klare Winterluft sorgten jedoch für optimale Trainingsbedingungen und beeindruckende Naturerlebnisse.

Der Materialverschleiß war hoch: gebrochene Stöcke, beschädigte Skier und zahlreiche blaue Flecken zeugten von der Intensität der Einheiten und den herausfordernden Bedingungen.Nicht jeder Tag verlief nach Plan, was im Nachhinein zu den besonderen Erinnerungen zählt. An einem Tag sollte anstelle der zweiten Trainingseinheit ein Ausflug zu einem Wasserfall stattfinden. Aufgrund extrem glatter Straßen wurde die Busfahrt jedoch zunehmend abenteuerlich und wir gerieten ins Rutsche, sodass wir uns schließlich zu Fuß auf den Weg machten. Trotz großer Anstrengung fanden wir keinen Wasserfall, dafür aber ein unerwartetes Wanderabenteuer, das für viele Lacher aber auch Frust sorgte und lange in Erinnerung bleiben wird.

Neben dem sportlichen Programm blieb auch Zeit für Freizeitaktivitäten. Abends wurde gespielt, gelacht und sogar Karaoke gesungen, was für viel Unterhaltung sorgte. Besonders eindrucksvoll waren die täglichen Sonnenuntergänge, die durch die tief stehende Sonne in intensiven Farben leuchteten und zahlreich fotografiert wurden.Ein besonderes Highlight war die Beobachtung einer Perlmuttwolke, einem äußerst seltenen Naturphänomen, das normalerweise nur in deutlich nördlicheren Regionen Norwegens auftritt. Dass wir dieses Schauspiel ausgerechnet in Ringebu erleben durften, war ein außergewöhnlicher Glücksmoment für die gesamte Gruppe. Polarlichter konnten wir trotz großer Hoffnung leider nicht beobachten.

Die Landschaft rund um Ringebu beeindruckte mit verschneiten Bergen, zugefrorenen Fjorden, Schlittenhunden, traditionellen Holzkirchen und einer nahezu unberührten Winterkulisse.Der Jahreswechsel wurde ruhig und gemütlich begangen. An Silvester gab es gemeinsam Pizza, auch wenn der Ofen kurzfristig ausfiel. Unser Vermieter reagierte sofort, backte unsere Pizzen zuende und brachte uns bereits am nächsten Morgen einen neuen Ofen vorbei.Im Vergleich zu Deutschland war es draußen sehr ruhig, es gab kaum Feuerwerk, was die besondere Atmosphäre des norwegischen Winters unterstrich.

Die Rückfahrt begann am 3. Januar 2026 und erwies sich als ebenso lang wie die Anreise. Dank drei Fahrern, die sich regelmäßig abwechselten, konnten wir die Strecke jedoch sicher bewältigen. Wach gehalten wurden wir durch eine abwechslungsreiche Musikauswahl, von Schlager über Rap bis hin zu Klassik.Kurz vor der Fährüberfahrt gönnten wir uns noch norwegische Zimtschnecken, bevor uns auf der Fähre ein starker Wellengang erwartete. In der Nacht zum 4. Januar 2026 erreichten wir schließlich wieder Ratzeburg erschöpft, aber zufrieden und mit vielen besonderen Erinnerungen im Gepäck.

von Emma Murach