Ende August brachen wir mit vier Ruderinnen der Treptower Rudergemeinschaft (Berlin) und acht Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Ratzeburger Ruderclubs zu einer Wanderfahrt auf der Saale auf — neun Tage voller Wetterkapriolen und wunderschöner Ruderetappen.
Am 23. August trafen wir in Naumburg an der Saale ein, nutzten die Zeit für eine Besichtigung des Doms (immerhin Weltkulturerbe) und ließen den Abend bei einem indischen Essen ausklingen. Die erste Nacht verbrachten wir auf Isomatten im Club- und Kraftraum des RV Rot-Weiß, wo wir sehr herzlich aufgenommen wurden.
Schon am zweiten Tag zeigte sich, dass die Natur eigene Pläne hat: Die Saale führte zu wenig Wasser für unsere ursprüngliche Etappe, sodass wir kurzfristig auf die Unstrut auswichen und von Karsdorf nach Naumburg ruderten. Die Flexibilität zahlte sich aus — statt Enttäuschung gab es eine neue, ebenso reizvolle Strecke und eine weitere ruhige Nacht im vertrauten Vereinsheim.
Weißenfels bot am 25. August Gelegenheit für einen entspannten Stadtbummel, bevor wir zum Zeltplatz in Bad Dürrenberg weiterfuhren. Die Nacht dort war überraschend kalt. So mancher stellte fest, dass eine gute Isomatte und warme Kleidung nicht Luxus, sondern Pflicht sind und es manchmal sogar sinnvoll sein kann, zwei Schlafsäcke dabei zu haben! Am folgenden Tag stand dann zunächst ein Besuch der Saline auf dem Programm – sehr interessant.
Die Übernachtung am Ende der folgenden Etappe erfolgte in einem Anbau der Merseburger Rudergesellschaft, wo wir uns ein bisschen vorkamen wie die sieben Zwerge und abends noch einen Abstecher in die Stadt zum Abendessen bei Pizza und Pasta unternahmen.
Auf dem Weg zu unserem nächsten Übernachtungsstopp ein kurzer Halt bei der Halleschen Rudervereinigung für einen Gruß an Thomas. Diese Nacht schliefen wir im Kraftraum des Halleschen Ruder-Clubs — eine pragmatische Lösung, da es schon wieder regnete und für manchen Teilnehmer eine willkommene warme Nacht bedeutete.

Am 28. August machte uns heftiger Regen einen Strich durch die Rechnung; in Wettin mussten wir eine längere, aber sehr lustige Pause in einer kleinen Gaststätte einlegen, bevor wir spät und durchnässt den Campingplatz Salzatal erreichten.
Die Etappe nach Bernburg brachte wieder Sonnenschein und etwas Ruhe: Zwischenstopp an der „Georgsburg“ bei Könnern, dann Unterbringung am Bernburger Ruderclub, der uns wie die anderen Vereine entlang der Strecke mit großer Gastfreundschaft aufnahm.
Auf dem Weg nach Barby an der Elbe dann mal eine Badepause, und mit deutlich mehr Strömung erreichten wir diese letzte Station, verluden die Boote, und hatten dann noch einen sehr geselligen letzten Abend in Bernburg, bevor wir am folgenden Tag wieder am RRC ankamen.
Die Woche war gespickt mit besonderen Erlebnissen: Viele Schleusen wurden passiert, die Boote manches Mal sehr abenteuerlich umgetragen, Sitzpolster waren ein Muss und immer wieder musste der Hänger versetzt werden.

Und kaum zu glauben: die Gepäckberge passten tatsächlich jeden Tag wieder in die Boote. Das Frühstück war Tag für Tag ein Fest, liebevoll vorbereitet von Katja. Die Streckenlänge zwischen 16 und 38 km passte gut und die Saale entpuppte sich als wirklich abwechslungsreiches Gewässer.

Abschließend bleibt: Vielen Dank an Nicole und Sven für diese rundum gelungene, toll vorbereitete Ruderwanderfahrt — mit Abenteuern, Teamgeist und gastfreundlicher Unterstützung entlang der Saale und Unstrut.
Pia O.
